Was genau bedeutet die Bezeichnung „mercerisiert“ in Zusammenhang mit Baumwolle?

Baumwolle
Baumwolle

Die Baumwollfaser ist von Natur aus ein mit Zellsaft gefülltes Röhrchen, welches leicht glänzt. Nach der Ernte trocknet der Zellsaft ein, wodurch sich die Oberfläche der Faser verwindet. Die gekrümmte Oberfläche führt zu einer anderen Lichtbrechung, daher wirken Baumwollerzeugnisse stumpf.

Die Merc(z)erisierung  ist ein kostspieliges Ver- edlungsverfahren, das diesen ursprünglichen Glanz wieder zurückholt und außerdem die Qualität der Textilien erhöht. Dieses Veredlungsverfahren wird nur für sehr hochwertige Baumwollstoffe angewandt.

Entdeckt wurde es von einem Engländer namens John Mercer  Mitte des 19. Jahrhunderts. Er bemerkte beim Filtrieren von Natronlauge durch ein Baumwolltuch, dass das Gewebe aufquoll und anschließend deutlich andere Eigenschaften aufwies.

Beim heutigen Mercerisieren wird Baumwolle unter Ein- wirkung von Zugspannung konzentrierter Natronlauge ausgesetzt.
Diese Behandlung verändert die innere Struktur und den Querschnitt der Baumwollfaser: Er verändert sich von nierenförmig (eingetrocknet) wieder zu rund (Ursprungszustand) und die korkenzieherartigen Windungen verschwinden.
Optisch erkennbar ist ein seidenartiger waschbeständiger Glanz und fühlbar ist ein weicher fülliger Griff. Nicht sichtbar ist eine gewonnene höhere Reißfestigkeit (ein Drittel höher), eine bessere Färbbarkeit (gleichmässiger und mit weniger Farbstoff nötig) und eine bessere Dimensionsstabilität des Gewebes.

Makosatin

Makosatin
Makosatin

MAKOSATIN ist nicht gleich MAKOSATIN ist nicht gleich MAKOSATIN

Makosatinbettwäsche gibt es inzwischen beim Discounter neben dem Käse oder dem Kaffee und ist so schön billig. Und im Einzelhandel, hat sie zwar manchmal auch ein schöneres Muster, aber kostet gleich ein Vielfaches. Warum?
Finde ich auch eine Frechheit, vollkommen verwirrend, ein Name und so verschiedene Preise!

Leider ist der Begriff Makosatin nicht geschützt und so hat er sich im Laufe der Jahre abgenutzt. Die Qualität der angebotenen Makosatinbettwäschen ist so verschieden wie der Preis.

Makosatin setzt sich aus Mako und Satin zusammen:

MAKO steht für Makobaumwolle. Sie stammte ursprünglich aus Ägypten und war wegen ihres natürlichen leichten Glanzes und ihrer Faserlänge (auch Stapellänge genannt) unübertroffen.
Inzwischen sind auch andere Anbieterländer hinzugekommen, die auch diesen Standard anbieten können. Aber eine hochwertige Faserqualität (35 mm und höher) bleibt immer ein kostbares nicht beliebig vermehrbares Gut und hat seinen Preis auf dem Rohstoffmarkt. Es ist abhängig von einem bestimmten Klima und der Ernte.
Je länger die Faser, desto feiner kann auch das Garn ausgesponnen werden (100 m / 135m eines hochwertigen Garnes entspricht einem Gramm) und je feiner seidenähnlicher ist dann auch das Gewebe.

SATIN ist der zweite Teil des Begriffes. Es ist der Name eines Gewebetyps, das an seinem weichen Fall und einer glatten leicht glänzenden Oberfläche erkennbar ist. Grund dafür ist die „Bindung“ ( Atlas – oder Satinbindung) also die Art der Verflechtung von den beiden Gewebesystemen „Kette und Schuss“.

Und woran erkenne ich jetzt den hochwertigen Makosatin, der seinem Namensgeber am nächsten kommt?
Am feinen Griff, an der Leichtigkeit des Gewebes und am Preis. Leider!