Attraktion mit Tiefgang

Tiefenhöhle-Laichingen
Rolf Riek zeigt am 05.08.2013 auf einen Querschnitt durch die Tiefenhöhle bei Laichingen (Baden-Württemberg). In der Tiefenhöhle können Besucher bis zu 60 Meter tief unter die Oberfläche der Schwäbischen Alb steigen.
Foto: Stefan Puchner/dpa (Zu lsw (Foto: dpa)

30 000 Gäste jährlich in Tiefenhöhle – Vor 55 Jahren wurde Museumsvorläufer gegründet.

LAICHINGEN / lsw/rau Die Höhlencard, die noch nicht wie erwünscht angenommen wird (wir berichteten) hin oder her: Die Laichinger Tiefenhöhle (am Ortsausgang Richtung Suppingen) ist einer der Touristenmagneten auf der Laichinger Alb. Sehr beliebt bei auswärtigen Gästen, vor allem jetzt im Sommer. Davon zeugt auch der meist volle Parkplatz vor dem Höhlenmuseum. Der Grundstein für das Museum wurde vor 55 Jahren gelegt. Anlass für einen Besuch des Laichinger Kleinods. Zum Appetittholen.

Fast unglaublich aber wahr: Noch immer gibt es zahlreiche Laichinger oder Bewohner aus dem Umland, die es noch nicht geschafft haben, die Attraktion mit Tiefgang zu besichtigen. Warum nicht jetzt in den Sommerferien? Möglichst schwindelfrei und ohne Platzangst sollten die Besucher der Höhle jedoch sein. Denn steile und feuchte Eisentreppen führen über enge Wege 55 Meter tief unter die Erde – zwischen gewaltige Kalksteinschichten der Schwäbischen Alb. Die Tiefenhöhle ist Deutschlands einzige begehbare Schachthöhle. Als Schachthöhlen bezeichnete Höhlen liegen in der Regel eher horizontal als vertikal unter der Erde.

Vor allem in den Sommerferien brummt der Betrieb in Laichingen. Rund 30 000 Besucher lockt die Höhle im Schnitt pro Jahr an, sagt Rolf Riek, der Vorsitzende des Höhlen- und Heimatvereins Laichingen (500 Mitglieder). Der Verein betreut die Höhle und das angeschlossene höhlenkundliche Museum im Rasthaus.

Zurück geht das Museum (im Jahr 2002 feierlich eröffnet) auf die höhlenkundliche Abteilung, die 1958 als Teil des heutigen Weberei- und Heimatmuseums in der Kirchenburg eingerichtet wurde. Diese Abteilung, mit der vor 55 Jahren der Grundstein für das heutige Museum gelegt wurde, diente dazu, besondere Schaustücke, die sich im Besitz des Höhlenvereins befanden, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das höhlenkundliche Museum war lange das einzige seiner Art in Deutschland. Seit 1961 befand sich die Sammlung im Rasthaus über der Höhle.

 Plötzlich war der Sandhaufen weg

Tiefenhöhle
Hier geht es runter: Besucher gelangen 55 Meter unter die Erde.

Das Naturdenkmal Tiefenhöhle ist eigentlich 80 Meter tief. Doch so weit hinab dürften nur Fachleute wie Höhlenforscher, sagt Rolf Riek. Der Eingang zur Höhle ist untypisch: Er ist mitten im Haus.

Die Entdeckung der Tiefenhöhle im Jahre 1892 ist dem Sandgräber Johann Georg Mack zu verdanken. Er verdiente sich sein Geld mit dem in der Region vorkommenden Dolomitsand. Sein Sandhaufen sei aber eines Nachts verschwunden, erzählt Riek die Legende. Man dachte zuerst an Diebe: „Mack hat sich auf die Lauer gelegt und seinen Sand bewacht, doch der war am Morgen trotzdem verschwunden.“ Dann habe Mack einen Spalt bemerkt, nachgegraben und die Höhle entdeckt.

Während es kurz nach dem Fund schon Bergsteiger in die Höhle zog – über wackelige Holzleitern – kommen heute im Schnitt 30 000 Besucher pro Jahr in die ausgebaute Schachthöhle. Damit liegt die Tiefenhöhle klar vor der Schertelshöhle in Westerheim und der Sontheimer Höhle.

25 Meter unter der Erde gelangen die Besucher zur Sandhalle. Sie besteht aus löchrigem Dolomitgestein, das zu Sand verwittert. Weiter unten sind gewaltige Felsen des Weißen Jura zu sehen und noch tiefer Schwammriffe aus Kalk. Es gibt auch glatt geschliffene oder raue Wände. Sehenswert ist der „Streuselkuchengang“, wo unzählige perlenartige Kalkabscheidungen an den Wänden zu sehen sind.

Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung

(Erschienen: 26.08.2013 21:45)

Die Laichinger Tiefenhöhle hat noch bis zum Ende der Herbstferien täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Textile Schätze

Ich wollte so gern wissen, wie die Bettwäsche früher bei Graser verziert wurde, lange vor meiner Zeit als Designerin, … lange bevor es Stickautomaten gab.
Hier auf der Schwäbischen Alb wurden die Aussteuertruhen mit schönsten handbestickten Bett- und Tischwäschen gefüllt. Diese textilen Tradition wollte ich aufspüren.
Im Heimatmuseums Laichingen wurde ich fündig.

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Welch Schätze! Welch aufwendige Verzierungstechniken auf weisser Wäsche aus Baumwolle und Leinen. Auch „gute Stücke“ von der Firma Graser waren zu bewundern.

Die Entwicklung der Stickerei war natürlich auch anhand von Maschinen und Gerätschaften zu verfolgen.
Merkwürdige Geräte, gab es zu sehen, an denen die ich ohne Erklärung achtlos vorbeigegangen wäre.
Aber mit dabei hatte ich jemanden von Fa. Graser, die alles noch von der Pike auf gelernt hatte und mir alles erklären konnte.

Oben abgebildet, mein Lieblingsstück.