Hohlsaum

Text von Petra Vetter

Hohlsaumstickerei ist auf der ganzen Welt verbreitet.
Textilien mit einfachen Hohlsäumen wurden bereits in antiken, ägyptischen Gräbern gefunden.
Die zunächst einfachen Muster wurden im Laufe der Zeit verfeinert.

Auf der schwäbischen Alb war es bis vor ein paar Jahrzehnten Tradition, dass die Mädchen noch in der Schule die Kunst Hohlsaum zu nähen erlernen mussten, damit sie später durch das Besticken von Bettwäsche noch etwas Geld dazu verdienen konnten.
In den Wintermonaten gab es so genannte Lichtstuben, in denen sich Mädchen und Jungen trafen. Die Mädchen bestickten Deckchen, Bettwäsche, Schürzen und andere Textilien, die Jungen waren zur Unterhaltung dabei.

Hohlsaum ist eine Sticktechnik, bei der einzelne Gewebefäden frei gelegt und die verbliebenen Fäden durch Hohlsaum und andere Zierstiche kunstvoll gebündelt werden.  Auf diese Weise entstehen schmale Schmuckkanten oder üppige, spitzenähnliche Borten.