Klöppelspitze

Text: Petra Vetter

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Klöppelspitze in Italien und Holland bekannt.
Im Laufe der Zeit wanderte die Spitzenkunst nach Frankreich und Belgien. Seit dem 16. Jahrhundert ist sie auch in Deutschland vertreten, insbesondere im Erzgebirge.
Prunkvolle Moden des Barock und Rokoko im 17. und 18. Jahrhundert brachten Meisterwerke der Klöppelkunst hervor. Valenciennes-, Melchelner- und Brüsseler Spitzen sind heute noch ein Begriff.

Zur Fertigung benötigt man ein Kissen in Rollenform, früher gefüllt mit Kleie, heute mit Sägemehl, Klöppel, die aus verschiedenen Holzarten von Hand gedrechselt werden und je nach Holzart beim Klöppeln einen schönen Klang ergeben.

Die Klöppel werden je nach Verwendungszweck mit Leinenzwirn, Seide oder Metallgespinnst bewickelt. Auf der Klöppelrolle wird ein Brief aufgesteckt, auf dem das Motiv in Zickzacklinien aufgezeichnet ist. Man klöppelt immer von links nach rechts. Dabei wird am Wendepunkt eine Nadel gesteckt, die der Spitze den Halt und die Form gibt.
Klöppeln ist ein Verschlingen, Drehen und Kreuzen der Klöppelpaare untereinander.

Kloeppel

Kloeppeln

Gekloeppelter-Einsatz

Hohlsaum

Text von Petra Vetter

Hohlsaumstickerei ist auf der ganzen Welt verbreitet.
Textilien mit einfachen Hohlsäumen wurden bereits in antiken, ägyptischen Gräbern gefunden.
Die zunächst einfachen Muster wurden im Laufe der Zeit verfeinert.

Auf der schwäbischen Alb war es bis vor ein paar Jahrzehnten Tradition, dass die Mädchen noch in der Schule die Kunst Hohlsaum zu nähen erlernen mussten, damit sie später durch das Besticken von Bettwäsche noch etwas Geld dazu verdienen konnten.
In den Wintermonaten gab es so genannte Lichtstuben, in denen sich Mädchen und Jungen trafen. Die Mädchen bestickten Deckchen, Bettwäsche, Schürzen und andere Textilien, die Jungen waren zur Unterhaltung dabei.

Hohlsaum ist eine Sticktechnik, bei der einzelne Gewebefäden frei gelegt und die verbliebenen Fäden durch Hohlsaum und andere Zierstiche kunstvoll gebündelt werden.  Auf diese Weise entstehen schmale Schmuckkanten oder üppige, spitzenähnliche Borten.