Das Gelb

Gelb ist die hellste und leichteste aller reinen Farben.

Gelb ist auch die zwiespältigste aller Farben, schon die geringste Beimischung einer anderen Farbe verändert ihre Symbolik komplett.

Gelb steht für die Sonne, die Licht ins Dunkel bringt: Die Erleuchtung, den Gedankenblitz, die Idee, dessen Kraft aber nicht kalkulierbar und unzuverlässig ist. Die nächsten Wolken schieben sich vor die Sonne und jede Idee wartet auf die realistische Betrachtung und Umsetzung. Dann ist die Idee vielleicht schon nicht mehr „das Gelbe vom Ei“.

Warmes schmeichelndes Gelb zaubert wie ein „sonniges“ Gemüt strahlend gute Laune und Optimismus in den grauen Alltag. Aber schon ein zu viel davon kann oberflächlich und nicht glaubwürdig erscheinen, da es im wahrsten Sinne die Rückseite und das Dunkle ausblendet.

Ein Goldgelb wirkt prächtig, kann aber auch angeberisch und aufdringlich wirken, im Sinne : ich möchte mich absetzen, ich kann es mir leisten!

Je strahlender kühler das Gelb, wird desto mehr fordert es Beachtung, ist nicht übersehbar, wird auch noch im Dunkeln gesehen, ….alles was ein Lichtstrahl fokussiert steht im Mittelpunkt.

Diese Eigenschaft des Gelb benutzte man schon seit dem Mittelalter : Gelb wurde die Farbe der Geächteten. Prostituierte mussten laut einer Hamburger Kleiderordnung 1445 gelbe Kopftücher tragen. Unverheiratete Mütter mussten im Breisgau diese Schande durch eine gelbe Haube offenbaren. Die Nationalsozialisten forderten die Juden auf einen gelben Davidstern zu tragen, der in der jüdischen Religion eigentlich blau wäre.

Gelb ist ähnlich empfindlich wie das weiss, es schmutzt schnell an.

Die Unbeschwertheit und die Leuchtkraft des Gelbs kippt , wenn ein gräulicher oder bläulicher Schimmer sich unter die Farbe mischt. Das grünstichige fahle Gelb wirkt blässlich und kränklich. So stark wie wir uns vorher von dem warmen Goldgelb umschmeichelt gefühlt haben, so sehr fühlen wir uns jetzt abgestossen:

Das ist das Gelb des Neides, des Geizes und der Eifersucht. Ein Zuviel an Ahnung und Angst, ein Hineinsteigern ohne lebensbedrohliche handfeste Gründe. Ärgert man sich zu viel wird man gallenkrank, die Haut färbt sich gelb.

Im Moment trauen wir nur einem kühlen Gelb, kombiniert zu Grau oder neutralen Farben. In der DOB blitzt gerade ein Neongelb durch die Kollektionen.

 

Das Weiss

Die beliebteste Bettwäschefarbe ist Weiss.

Weiss passt zu Allem, fordert nicht, ist leicht und still, kühlt und beruhigt und lässt uns Abschied nehmen von den vielen farbigen Eindrücken des Tages.

Weiss steht so für den Beginn, den Zauber eines neuen Abschnitts. Das weisse Taufkleid und das weisse Hochzeitskleid ist von der Idee, den Träumen eines neuen positiven Lebensabschnittes getragen. Alles wird gut!

Wie die weisse Weste symbolisiert weiss sowohl moralische Integrität, als auch oberflächliche Reinheit und Hygiene.

Ein Zeichen höchster Veredlung wie weißer Zucker, weißer Reis und weißes Mehl. Ein Traum von überirdischer Perfektion.

Weiß ist wie ein unbeschriebenes Blatt. Es verrät uns nichts und weckt wie die weisse Wand keine Emotionen. Es schweigt.

Farben wirken zu weiss dunkler als zu schwarz und auch die Leuchtkraft der Farben wirkt gebremst und überblendet.

Ein Fleck, ein Malheur und schon ist die Weste nicht mehr weiss, menschliche Spuren!

Weiss verzeiht keinen Schmutz. Schnell kippt der hohe Anspruch und die innewohnende Erwartung.

Weiss steht eben für Perfektion, Menschen sind es nicht. Gott sei Dank, wäre das langweilig!