Monogramme

Früher zierte fast alle weiss in weiss bestickte oder auch Damastbettwäsche ein Monogramm der Besitzer/in. Vielleicht ruhen auch in Ihren Schränken noch solche ererbten Schätze aus schwerem Leinen oder Baumwolle, die Geschichten Ihrer Ahnen erzählen.

Für die Monogramme gab es Entwurfshilfen: Bücher mit wunderschönen Monogrammen zum Abpausen in allen Stilrichtungen.

Es gab auch fertige langlebigere Metallfolien mit eingestanzten Anfangsbuchstaben. Hier sparte man sich das Erstellen einer Pause ( siehe Handgeführte Stickerei). Das Pauspulver konnte direkt durch die Folie auf den Stoff gerieben werden, und diente so als Vorlage oder Feinzeichnung beim Sticken.

Die ganz individualisierte Form war das schön verzierte eigene Monogramm wie der persönliche Fingerabdruck auf allen Textilien.

Handgeführte Stickerei

HANDGEFÜHRTE STICKEREI
oder
Wie wurde mit Maschine gestickt bevor es Stickautomaten gab?

Eine spannende Geschichte, die im Laichinger Textilmuseum durch Ausstellungsexponate wieder lebendig wird .
Die Textilkünstler von damals, die Stickerinnen, fertigten zuerst eine Zeichnung auf ein Art festes Pauspapier. Damit dieses Muster nun auf den Stoff übertragen werden konnte , wurden die Konturen und Linien der Zeichnung gerastert. Diese Arbeit leistete ein stationäres Gerät mit einer auf und absteigenden Metallspitze. Das Muster wurde per Hand geführt und so entstanden dort wo Linien waren lauter gestanzte Lochreihen.

Diese so präparierte Musterpause wurde nun auf die ausgewählte Stelle eines zu bestickenden Stoffes positioniert. Jetzt wurde ein blaues auswaschbares Pauspulver mit einem mit Stoff oder Schaumstoff durch die kleinen Löchlein des Pauspapieres gerieben.

Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das ganze zu stickende Muster auf dem Stoff in Form
von blauen Linien markiert ist.
Damit nun das Pulver nicht flüchtig ist , wird es mit einem Art Spiritus befeuchtet und haftet so besser auf dem Stoff.

Nun wird der Stoff der Größe des Musters entsprechend in einen in einen Stickrahmen gespannt.

Und dann, ja dann wird`s schwer kompliziert.
Mit einer Maschine , die wie eine Nähmaschine aussieht, die aber einen ganz wichtigen Hebel unter dem Tisch hat, den man mit dem Knie/ Bein bedient.

Man führt mit der Hand den Musterrahmen und sobald das Knie den Hebel berührt rattert die Maschine los. Der Druck auf den Hebel entscheidet auch über die Stichbreite. Die Koordination von Knie Hirn und Hand will geübt und gelernt sein.
Ich habe mich auch an der Maschine versucht, aber habe nichts Brauchbares zustande gebracht.
Aber Lust bekommen es zu üben, um vielleicht irgendwann oder später so etwas wie dieses wunderschöne textile Kunststück zu vollbringen.